Die Möglichkeit, eine Tagespflege für Senioren in Himmelstadt einzurichten beschäftigt die Vertreter der CSU und der Freie Bürger Liste Himmelstadt. In Esselbach informierten sie sich zusammen mit Mitgliedern des Helferkreises, der Kirchenverwaltung und der Seniorenbeauftragten aus Himmelstadt über die dort am 1. Oktober neu eröffnete Tagespflege „An der Weed“.
Träger der Einrichtung mit 20 Plätzen ist die Sozialstation St. Elisabeth aus Marktheidenfeld. Die Vorsitzende Barbara Otter führte die Gruppe aus Himmelstadt durch die Räume und konnte nicht verhehlen, dass sie stolz ist auf die gelungene Einrichtung und Ausstattung der Räume und den nahezu perfekten Start mit einem guten Team aus haupt- und ehrenamtlichen Fach- und Betreuungskräften und einer Belegung von fast 100 Prozent schon am ersten Tag.
Der 1. Bürgermeister von Esselbach, Richard Roos, erläuterte die Konstellation, die einen wesentlichen Teil zum Erfolg der Tagespflege beiträgt: Die Lage mitten im Ort, neben Rathaus, Kirche und Schule und dem Freizeitgelände „An der Weed“ direkt am Gebäude ermöglichte die Gemeinde durch den Kauf des entsprechenden Grundstückes und den Abriss des darauf stehenden Gebäudes. Der Bau des neuen Gebäudes wurde durch die Raiffeisenbank Main-Spessart ermöglicht. Die Sozialstation ist jetzt Pächterin und Betreiberin der Tagespflege
Dass eine Tagespflege auch für Himmelstadt ein Gewinn wäre, wurde der Besuchergruppe schnell klar. Die Nutzer einer Tagespflege werden Gäste genannt. Sie kommen, teilweise mit einem Fahrdienst, ein bis mehrere Tage in der Woche von morgens bis abends in die Einrichtung. Dort werden sie betreut und versorgt. Damit wird der oft trostlose und beschwerliche Alltag zuhause durchbrochen. Die Gäste erhalten Ansprache und Aktivierung. Ziele sind auch, damit einen stationären Aufenthalt in einem Pflegeheim möglichst lange hinauszuzögern, den Gästen die Lebensqualität zu erhalten und Perspektiven zu bieten. Gleichzeitig werden betreuende Angehörige entlastet, damit auch diese möglichst lange in der Lage bleiben, für ihre Liebsten da zu sein.
Die Himmelstadter stellten viele Detailfragen. So wurde deutlich, dass schon konkrete Ideen in den Köpfen sind, wie und wo in Himmelstadt ein solches Angebot entstehen könnte. Barbara Otter und Richard Roos gaben tiefe Einblicke, auch in die mehrjährige Geschichte, die zur Einrichtung der Tagespflege führte. Himmelstadts Bürgermeister Herbert Hemmelmann bedankte sich ganz herzlich bei Ihnen und übergab einen flüssigen Gruß aus den Himmelstadter Weinbergen.
Tagespflege ist eine Leistung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XI.
Für die Nutzung der Tagespflege stellen die Pflegekassen jeder Person mit Pflegegrad ein Extra-Budget zur Verfügung. Damit sind keine Abzüge vom Pflegegeld verbunden. Das Budget für die Tagespflege verfällt ersatzlos, wenn diese nicht in Anspruch genommen wird.

